Christian Fischbacher eine neue Kollektion entsteht

Entwicklung einer neuen Kollektion

In einem Interview antwortete Camilla D. Fischbacher auf die Frage, wie neue Kollektionen im Hause Christian Fischbacher entstehen. Jede Kollektion entsteht zuerst in der Gedankenwelt durch Gespräche, Statistiken, aus Trends. Nach den Messen wertet man aus, was war gut, was nicht. Wenige Themen, zum Beispiel die Klassiker, wiederholen wir über Jahre. Für Neues holen wir die Inspiration aus Mode, Interior-Design, auch von moderner Architektur oder auf Reisen.

Diese Anregungen werden dann zusammengetragen und in einem Mood Board festgehalten. Ein Mood Board muss man sich wie eine Pinnwand vorstellen, auf der man Bilder, Texte, Stoffe, Farben usw. anpinnen kann. Nach und nach entsteht eine große Kollage aus vielen verschiedenen Dingen und Themen von vielen verschiedenen Menschen. Einer der bekanntesten Mood Boards im Internet ist http://www.moodshare.co/. Es besteht die Möglichkeit, das sog. „Board“, welches man selbst erstellen und entwickeln kann, mit anderen Begeisterten zu teilen. Durch diese Methode kann man schnell Trends erkennen, die die Menschen bewegen. Auch die Firma Christian Fischbacher bedient sich dieser kreativen Arbeitsmethode, um immer wieder neue und interessante Farbstellungen und Strukturen für Ihre Stoffe und neue Kollektionen zu kreieren.

Der Grossteil der Dessins stammt aus dem eigenen Atelier von Christian Fischbacher, ein kleiner Teil wird von Freiberuflichen zugekauft. Die zahlreichen Vorschläge werden dann – immer in Zusammenarbeit mit dem Produzenten – vom Product Manager und der Atelierleitung auf die endgültige Auswahl reduziert.

Dann kommt die Koloration, die wichtigste Phase. Sie kann nur in engster Kooperation mit dem Stoffdrucker zum Erfolg führen. Nach dem ersten Versuchsdruck, dem so genannten «Drucklappen», entsteht dann die ganze Farbenwelt eines Themas. Bis zu dreimal wird ein Dessin farblich korrigiert, mit unzähligen Farb-Stoffplätzchen und Garnen wieder und wieder definiert bis zum fertigen Kolorit. Erst dann geht eine neue Linie in die Produktion.

 

Die Dessins für die Christian Fischbacher Bettwäsche entstehen ausschliesslich im eigenen Atelier, Entscheide über neue Themen werden im kleinen Kreis des Teams gefällt, die Koloration – auch für die Bett­wäsche die wichtigste Entwicklungsphase – geschieht hier in St.Gallen, natürlich in enger Zusammenarbeit mit der Druckerei in Mitlödi. Die Stoffe lässt Christian Fischbacher als «Converter» zum grössten Teil nach eigenen Vorgaben weben, nur in Höchstqualität natür­lich, zum Beispiel bei der Glarner Firma Daniel Jenny. Genäht wird im firmeneigenen Atelier im Sankt-Galler Rheintal. – «Made in Switzerland» also, für die Firma Christian Fischbacher gelebte und wichtigste Bett­wäsche-Philosophie.

Nicht anders, sondern genau gleich wie bei den Einrichtungsstoffen, werden auch für die Bettwäsche zwei Kollektionen pro Jahr erarbeitet: von Januar bis Juni die Herbst-, von Juni bis November die grössere Frühlingskollektion für das Folgejahr. Das bedeutet zweimal jähr­lich neue Kreationen, Auftrag an den Stoffdrucker für Gravuren, Kolorationen und Korrek­turen, dann Druck und Ausrüstung der Stoffe, die anschliessend dem firmennahen Fachpubli­kum als fixfertige Kollektion präsentiert werden.